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Berichte > Jagd
Während 3 Tagen (27.-29.01.) haben wir in Frankreich gejagt. Es war wiedermal ein sehr schöner Abschluss der Jagdsaison, leider ohne Bilder, weil ich dieses Mal selbst mit der Flinte ging - Hund, Flinte und dann ein Canon-Apparat, unmöglich!
Am zweiten Jagdtag, am Donnerstag hatten wir ein Wildschwein-Attacke-Erlebnis.
Als wir die Felder umstellt hatten, kam plötzlich eine Rotte Wildschweine aus einem Maisfeld heraus. Das hinterste und kleinste (Grösse eines Terriers) wurde von einem 12 jährigen Hund schliesslich gerissen, armes Schweinchen. Die Rotte rannte bei mir vorbei, aber dann wandten sich zwei von ihnen ab und rannten direkt auf Daniel & Balia zu, drehten aber zum Glück knapp vor ihnen weg. Uff, was für eine Aufregung - nicht so gut für unsere alte Balia.
Beim letzten Treiben habe ich mit Olorun in einem Waldabschnitt buschiert. Je tiefer wir in dem Wald gingen, umso dichter wurde es, zum Teil musste ich über Bäume und Äste klettern. Als ich ca. 5 Meter vor einem dichten Gebüsch stand und mir einen Weg suchte, bremste Olorun bei einem Gebüsch ab und rannte sofort zu mir. Ich dachte noch nichts Böses, als ich plötzlich hinter dem Gebüsch ein dunkler Schatten bewegen sah. Aus dem Versteck kam ein Eber heraus, verfolgte den Olorun. Ach du Schreck: "Attention Sanglier" schrie ich, packte Olorun am Halsband und wir versteckten uns hinter einem Gebüsch. Weit und breit keine dicken Bäume, nur dünner Jungwuchs.
Glücklicherweise wurde der Eber von einem Golden Retriever abgelenkt. Dieser hatte schon kurz zuvor zwei Überläufer im selben Wald bei meinem Nachbar zu meiner Rechten aufgemacht, und hat einen gehezt und sogar eingeholt, dann aber zum Glück abgelassen ohne dass es zu einem Kampf gekommen ist. Der Eber war gleich gross oder etwas grösser als der Golden-Retriever. Ich dachte nun, sei die Gefahr vorbei, kam aus meinen Versteck heraus, machte einen Schritt nach vorne, als dann der Eber erneut auf uns zuging. Ich war selbst im Dickicht gefangen, konnte weder links noch rechts, ausser zurück oder nach vorne. Als er immer näher kam, ich abdrehte um zu fliehen, stoss ich mit dem Kopf gegen lauter Ästen zusammen, so dass meine Brille beschlagen wurde und ich nichts mehr sehen konnte. Voller Panik fing ich zu schreien "Scheisse, Hilfe", sah meinem Tod entgegen. Dank dem Geschrei wendete der Eber ca. 2m vor mir ab und flüchtete nach links. Adrenalin pur, und total glücklich als ich dann am Ende des Treibens meine Jägerkollegen sah.
Normalerweise nehmen die Wildschweine durch unser Lärm bereits die Flucht, aber dieser Eber da, wollte sein Versteck nicht verlassen und war angriffsbereit. Möglicherweise war er angeschossen. Denn am Wochenende zuvor hat in diesem Revier eine grosse Wildschweinjagd stattgefunden. Ihn mit der Flinte anschiessen, mit Federwild Munition, wollte ich nicht, denn eine verletzte Sau wäre dann nur noch gefährlicher. Ein Wärter hat mir später geraten, in den Boden zu schiessen: das Schwein würde in dem Fall wegen dem Lärm flüchten.
03.02.2010/mn