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Anfang November hatte ich meine Hündin Yanac für ein viertägiges Field Trial in Frankreich, Lagesse, angemeldet. Da mein Mann nicht immer mitkommen konnte, um sich um meine andere Hündin Balia zu kümmern, reiste ich allein mit meinen beiden Hündinnen.
Fünf Tage vor der Abreise wurde Balia kastriert. Gebärmutter und Eierstöcke wurden entfernt. Es war keine leichte Entscheidung und wir hoffen, dies nie bereuen zu müssen.
Die Reise dauerte ca. 5-6 Stunden, für mich eine Gewohnheit, nichts Außergewöhnliches. Leider durften die Hunde nicht in den Schlafraum (Mehrbettzimmer) hinein gelassen werden. Für meine Hündinnen, die immer im Hause leben dürfen, war es bestimmt nicht leicht, zum ersten Mal in ihrem Leben vier Nächte im Auto schlafen zu müssen.
Am zweiten Abend begann Balia auf einmal, am ganzen Körper zu zittern. Anstatt sich zu säubern und sich wie üblich mit anderen Hunden anzufreunden, flüchtete sie zu irgendeinem Auto und stand vor diesem mit eingezogenen Schwanz. Das war nicht meine Balia, dachte ich mir! Balia war eine selbstsichere Hündin und ihr merkwürdiges Verhalten beunruhigte mich sehr.
Ich machte mir große Sorgen um ihre Gesundheit. Die Operation lag nicht lange zurück. Ein solcher Eingriff ist auch für eine Hündin belastend. Also beschloss ich, am zweiten Abend im Auto bei meinen Hündinnen zu übernachten, gleichgültig wie kalt und unbequem es sein mochte. Mir war es wichtig, ihr Wohlbefinden wahrzunehmen.
Keiner konnte mich verstehen, wahrscheinlich fanden sie mein Verhalten merkwürdig oder verrückt. Mir war ihr Denken über mich gleichgültig, denn ich dachte an meine Balia. Ich habe ihr sehr vieles zu verdanken. Das was ich vorhatte, war ja nur das Mindeste, was ich für diese kurze Zeit geben konnte. Ich hätte es mir mein Leben lang vorgeworfen, wenn es ihr in dieser Nacht schlecht gegangen oder sie am folgenden Tag todkrank geworden wäre.
Die Nacht war eiskalt und unbeschreiblich unbequem! Am nächsten Tag war ich natürlich sehr müde. Noch einige solcher und ich wohl kaum den Morgen überleben. So beschloss ich, in den nächsten freien Stunden nach einem Hotel zu suchen. Nach mehreren Telefonaten fand ich 25 km vom Prüfungsort entfernt ein Hotel, das zufälligerweise noch ein Zimmer frei hatte und Hunde im Zimmer erlaubte. Endlich konnte ich mit gutem Gewissen die restlichen Tage genießen.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
Heute geht es der Balia prächtig. Die Wunde ist nun geheilt. Durch die Kastration wirkte Balia wie ein junger Hund. Sie wurde verspielter, aufmerksamer und verschmuster als je zuvor!
MN, November 2001
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