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Seit ich Hunde habe, habe ich kein Bedürfnis mehr, in einem Land zu reisen, wo man die Hunde nicht mitnehmen kann.
Mein Vater wurde für drei Jahre nach Montréal (Quebec, Kanada) versetzt. Ich freute mich für ihn, da es eine einmalige Gelegenheit sei, jedoch war ich gleichzeitig besorgt, weil ich wusste, dass ich mindestens einmal im Jahr ohne meine Hunde reisen musste, um meine Eltern zu besuchen.
Mein Hinflug war bereits katastrophal. Beim Aufstieg habe ich meinen Magen zwischen Bauch und Halsbereich gespürt. Es fühlte sich an wie auf einem Achterbahn. In jungen Jahren liebte ich Achterbahn, aber jetzt bin ich doch viel zu alt dafür. Wegen schlechtes Wetter konnten wir auch spät abheben und ich habe beinahe den Anschluss Frankfurt-Montréal verpasst, wenn sie nicht auf uns gewartet haben.
Als ich im Air Canada für Frankfurt-Montréal saß, schien die Welt wieder in Ordnung zu sein. Wir bekamen ein Zollformular. Auf dem Formular stand schön geschrieben: verboten nach Kanada einzuführen sind Milch, Eier, Milchprodukte, Fleisch... Brennmaterial...
Oh mist! Meine Mutter ist seit einem Jahr in Kanada und vermisst die echte schweizerische Raclette-Käse! Es sei in Montréal dermaßen teuer, dass sie kaum wagten zu essen. Also habe ich ungefähr 3 kg Raclette-Käse mitgenommen! Zusätzlich 2 Schachtel Sicherheitsbrennpaste für Fondue-Rechaud, die sie in Montréal nirgends findet, sie haben ihre Fondue-Geräte aus der Schweiz mitgenommen. Ausgerechnet die zwei Dinge von den verbotene Sache sind in meinem Koffer! Wie soll ich sie schmuggeln?
In Montréal bei der Gepäckausgabe wartete ich vergebens auf meinen Koffer. Der war noch in Frankfurt, kam erst am nächsten Tag an und wurde direkt zu meiner Elternwohnung geliefert. Meine Eltern erzählte mir, als der Koffer ankam, ich schlief bereits, war der Reißverschluss nicht ganz zu. Vermutlich haben die Zollbeamter reingeschaut! Meine Eltern haben sofort nachgeschaut, ob alles vorhanden sei. Dabei kam ein leichter Geruch heraus wie stinkige Socken oder ungewaschenen Kleider. Es kam von den Käsen, die durch die Wärme leicht geschmolzen sind. Der leichte Gestank hat den Beamter vermutlich abgeschreckt, alles durchzusuchen.
Die Zeit in Montréal verbrachte ich täglich mit spazieren, essen, shoppen, Dinge zu kaufen, die ich eigentlich gar nicht brauchen (hatte aus Sehnsucht nach den Hunden sogenannte Kaufsucht-Krankheit).









Samstag 8. März wäre der Heimflug. Doch ich wurde wegen Schneesturm 2 Tage länger in Montréal festgehalten. Während der Fahrt mit dem Taxi fing es bereits ziemlich zu schneien an. Mein Flug wurde zuerst verschoben, dann nochmals verschoben und zum Schluss ganz annulliert. Zwischendurch wurden wir von einem Gate zum anderen Gate verschoben. Ab 16.00h konnten keine Flüge mehr landen noch abheben. Erst um 21:30h wurden wir alle aufgerufen, sofort zum Gepäckausgabe zu begeben, unsere Koffer zu holen, und den Flughafen zu verlassen!
Kurz nach 23:00h endlich meinen Koffer entgegengenommen. Ein Taxi zu bekommen war kaum mehr möglich. Die Strassen waren dermaßen zugeschneit, dass es kaum welche Taxi wagten rein noch rauszufahren, so konnte ich nicht mal zu meinen Eltern zurück fahren. Ich gehörte zu den Glücklichen, die noch kurz vor Mittagnacht ein Zimmer in einen der Flughafen-Hotels zu bekommen.
Es war wie in einem Katastrophen-Film, Menschen werden unhöflich, rücksichtslos, schnappt das Taxi von den anderen vor die Nase weg, es wurde geschubst und gedrängt usw. Ich war mittendrin, konnte selbst nicht wahrnehmen, dass so was mir auch passieren würde. Ich kannte dies nur in den Filmen!
Am Sonntag als der Sturm vorbei war, die Sonne wieder lacht, hofften alle nach Hause fliegen zu können. Es brachte richtig das Chaos aus! Alle Passagiere vom Samstag und die neue Passagiere vom Sonntag wollen natürlich fliegen, dafür gab es einfach zu wenig Flüge. Die Flugangestellten waren bei dieser Menschenmasse überfordert. Gute vier Stunde habe ich bei der Wartenschlange gewartet, bis ich endlich am Schalter kam und man mir dann mitteilte, nach Europa sind alle Flüge ausgebucht, es gäbe für mich die Möglichkeit erst am Montag zu fliegen Montréal-Toronto-Zürich (statt über Frankfurt).
Leute, die am Sonntag fliegen konnten, mussten vor dem Abreise sich voll essen, da es während der Reise nichts zu essen gab. Die Personalen vom Flughafen-Gathering wurden wegen dem Sturm evakuiert, da das Gebäude zum Stürzen drohte. Der Flughafen war aber nicht darauf vorbereitet, so viele wartete Menschen mit Nahrung zu dienen.
Es war meine erste Reise nach Kanada und dann so ein Erlebnis! Welche eine Ehre, denn nicht jeder hat die Gelegenheit so in einem Schneesturm zu landen. In Kanada gab es im Winter immer wieder Schneestürme. Man hatte mir erzählt, dass es aber nie einen Grund gab alle Flüge zu streichen und am Schluss den Flughafen zuschließen. Das letzte Mal, das so was passierte, sei in 1971 ebenfalls im März.
MN, 13.03.2008
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