Once Upon A Time


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Nachtnachsuche Reh

Berichte > Jagd


4. Rote Nachsuche von Olorun



Schweissfährte ca. 20m im Wald bei Nacht vom 06.09.2010

Knapp nach 20:30 Uhr erhielt ich einen Telefonanruf, ob ich eine Nachsuche machen könnte. Sonnenuntergang war bereits ca. 19:56 gewesen, d.h. es war also bereits Dämmerung. Ferner waren wir an diesem Tag von der Jagd in Ungarn bzw. von Mondsee, wo wir übernachtet hatten, nach Hause gekommen und entsprechend müde von der Fahrt.
Der Schütze hat uns am vereinbarten Parkplatz abgeholt und zum Anschuss gefahren.

Die Fährte
Der Rehbock war in der Wiese angeschossen worden, und flüchtete dann auf kürzestem Weg in den Wald. Am Waldrand konnte mir der Schütze noch Schweiss auf einem Blatt am Waldrand anzeigen, wo der Bock in den Wald eingedrungen sein muss. Offenbar konnte man auf viel Schweiss hoffen. Vermeintlich führte die Fährte dann geradeaus in den Wald ein leichter Hang empor. Stattdessen muss der Bock wenige Meter nach Eintritt in den Wald einen Haken nach links gemacht haben, bzw. die Führte nicht wie vermutet geradeaus wo der Schweissverweis auf dem Blatt am Waldrand war, sondern eher etwas links.

Die Nachsuche
Da es mittlerweile bereits dunkel geworden war (ca. 21:10), konnte der Anschuss in der Wiese nicht mehr genau lokalisiert werden. Der Schütze konnte mir aber Schweiss auf dem Blatt am Waldrand verweisen. Ich habe darauf hin Olorun an diesen Verweis geführt. Olorun hat zwar gemerkt worum es geht, aber anstelle direkt in den Wald zu ziehen, hat er mich rückwärts auf die Wiese geführt. Ich vermute, dass der Schweiss auf einem Blatt ca. 20 cm über Boden für Olorun kein "würdiger" oder gewohnter Anschuss war. Deshalb hat er nach einer Fährte auf dem Boden gesucht, die er hätte richtig aufnehmen und ansaugen können.
Nach kurzer Zeit ist das denn auch geschehen: Olorun ist nach kurzem offenbar planlosem Pendeln in der Wiese offensichtlich auf eine Fährte gestossen und hat danach sehr gezielt gesucht. Zuerst hat er die Fährte scheinbar rückwärts aufgenommen, auf meine Aufforderung hin hat er dann allerdings gewendet. Er hat an mir und dem Schweissverweisblatt vorbei in den Wald gezogen. Ich war ziemlich sicher dass er die Fährte nun richtig angesogen hat; jedenfalls hat er so richtig am Riemen gezogen, dass ich sogar im steilen Gelände bzw. auf einem Ast ausgerutscht bin. Kurz danach hat er unverhofft und abrupt nach links gezogen, und eh ich ihm richtig folgen konnte, habe ich gemerkt, dass er still stand. "Ich glaube er hat gefunden" habe ich gerufen, bin schauen gegangen und richtig: Olorun stand beim gefallenen Stück.

Was habe ich gelernt?

  • Der Anschuss ist enorm wichtig. Falls der Anschuss nicht genau bekannt ist oder gefunden werden kann (z.B. wegen Dunkelheit), sich genügend Zeit lassen und den Hund richtig suchen und ansaugen lassen.
  • Ein Schweissverweis auf 20 cm über Boden scheint für den Hund verwirrend bzw. nicht geeignet für einen Anschuss. Ich habe natürlich Olorun nie auf so etwas hin trainiert, immer hat er den Anschuss auf dem flachen Boden gehabt.
  • Um in der Dunkelheit der Nacht eine Nachsuche zu machen, sind leistungsfähige Stirn- und andere Lampen unerlässlich. Das Licht von LED Stirnlampen ist sehr hell und bläulich; dadurch ist Schweiss z.T. schwierig zu erkennen, z.B. roter Schweiss auf grüner Unterlage (z.B. auf einem Blatt) erscheint dunkelblau und man kann es fast mit einem "normalen" Fleck verwechseln. Stirnlampen mit "gelbem" Licht wären evtl. besser.


DS 09.09.2010


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