Once Upon A Time


Direkt zum Seiteninhalt

Nachsuche Reh

Berichte > Jagd


1. Rote Nachsuche von Olorun


Am Mittwoch, 3. Dezember 2008 führte die Jagdgesellschaft eine Kugeldruckjagd durch. Ich war mit Schweisshund eingeladen.

Über Mittag erfuhr ich, dass ein Tier angeschossen worden war und eine Nachsuche notwendig sein würde. Ich rief daraufhin My-Ngoc an, dass sie Olorun bringe. Yanac hätte die Nachsuche durchaus auch erfolgreich ausführen können. Aber weil ich Olorun in Zukunft für Schweissprüfungen führen werde, wollte ich ihm Gelegenheit geben, etwas mehr Erfahrung zu sammeln, insbesondere mal eine echte Schweissfährte.
Nach dem Mittagessen fuhr die ganze Jagdgesellschaft an den Ort, wo das Tier ungefähr noch liegen musste. Das Gebiet wurde weiträumig umstellt, falls das Tier ausbrechen würde. Es wurde ein Laufschuss vermutet.


Die Fährte

Knapp 600 m. Weibliches Reh mit hohem Laufschuss (Schultergelenk). Bodenbeschaffenheit: Wiese mit Gras, Wald mit Laub; teilweise mit Schneebedeckung. Temperatur ca. 3° C, Witterung trocken, bewölkt.

Die Fährte begann auf dem offenen Feld. Während der ganzen Fährte hatte es relativ viel Schweiss und auch relativ viele Wundbetten. Dadurch konnte die Fährte fast auf Sicht und ohne Hund durchgeführt werden. Nach ca. 100 / 150 m führte die Fährte in den Wald, leicht ansteigend über einen Waldweg und ziemlich gerade entlang der Steigung aber immer ein wenig steigend. Da war dann noch ein grösseres Wundbett und plötzlich kein Schweiss mehr.

Das Tier muss dann einen typischen Widergang gemacht haben und in einem spitzen Winkel zurückgesetzt haben. Es war wohl Zufall, dass da kein Schweiss zu erkennen war. Nach ca. 20 m hatte es wieder genug Schweiss, damit man erkennen konnte, dass wir auf der Fährte waren. Die Fährte führte nach dem kurzen Widergang senkrecht zur Steigung auf eine Zwischenebene. Ich vermute, dass das Tier jeweils vor uns immer wieder geflüchtet ist; jedenfalls wurde es erlegt, als wir die Ebene erreicht hatten.



Die Nachsuche

Dadurch dass es viel Schweiss hatte, konnte Olorun von Anfang weg die Fährte gut lesen. Er zeigte keine Unsicherheit und ich war bis auf den Widergang immer sicher, dass er auf der Fährte war. Ich konnte mir dies auch immer wieder mit dem Schweiss bestätigen. Er zog zwar ein wenig, die Fährte arbeitete er aber immer schön aus. Jedes Wundbett "stempelte" er richtiggehend und zeigte sie so gut an.

Einzig beim Widergang hatte er etwas Mühe: ein Wundbett gleich am Winkel des Widerganges zeigte er noch schön an, dann zog er links den Hang hinauf. Ich sah keinen Schweiß mehr, und merkte sodann auch, dass er nicht mehr auf der Fährte sein musste, so wie er umher "gehühnert" hatte. Also ging ich zum Wundbett zurück und setzte ihn noch mal an. Da ging er dann geradeaus, und dasselbe spielte sich wieder ab. Plötzlich zog er nach rechts den Hang hinunter, aber ich erkannte gut, dass er zwar verzweifelt am suchen ist, aber die Fährte nicht findet. Wieder ging ich zum Wundbett zurück, ließ ihn diesmal abliegen und gab ihm etwas Wasser. Kaum hatte ich die Wasserflasche im Rucksack verpackt, begann er leise zu winseln - typisch wenn er weiß wo durch and gehen will. Also ließ ich ihn wieder suchen. Diesmal zog er links rückwärts; da dachte ich, das könnte richtig sein. Und siehe da, nach ein paar Gängen sah ich wieder Schweiß im Laub, womit ich wusste, dass er wieder auf der Fährte war. Diese führte nun senkrecht zur Steigung den Hang hinauf, wo dann eine Ebene kam. Es hatte noch ein oder zwei Wundbette, so dass ich vermutete, dass das Tier vor uns flüchte, sich in ein Wundbett legt aber immer wieder aufgeht. Das wäre vermutlich auch noch lange so gegangen, hätten wir nicht umstellt. Es wurde dann von einem Schützen auf der Ebene erlöst. Olorun ging selbstverständlich die Fährte weiter und ich musste den Rest der Fährte ausarbeiten. Das Reh brachten sie allerdings bereits zum Schützen, und ich ließ Olorun noch daran schnuppern.

Erfahrungen

  • Wenn auf einer Fährte mit relativ viel Schweiß plötzlich kein Schweiß mehr sichtbar ist, muss mit einem Widergang (oder Winkel) gerechnet werden. In dem Fall muss ich den Hund im Kreis bzw. spiralförmig suchen lassen:




  • Wenn ein Schütze und/oder ein weiterer Begleiter mit auf die Fährte kommen, sollten diese 10 oder 20 m hinter dem Hund folgen. So kann der Hund und Hundeführer die Fährte ungestörter ausarbeiten. Im Fall wie oben beschrieben mit einem Widergang, oder allenfalls auch bei einem normalen Winkel, sollten Begleiter nicht vorgreifen und die Suche selbständig auf Sicht ausarbeiten. Der Hundeführer ist der Chef auf einer Nachsuche.


DS 05.12.2008 


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü