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2. Rote Nachsuche von Olorun
Am Samstag 13. Dezember nach 15.00h rief man mich an, man bräuchte einen Schweißhund für eine Nachsuche auf Fuchs. Daniel war leider nicht verfügbar. Auf echte Nachsuche war bisher der Daniel gegangen. Schweißarbeit habe ich nie gemocht und ehrlich gesagt auch nie verstanden und gekonnt. Mit mulmigem Gefühl bin ich dann an seiner Stelle eingesprungen.
Information für mich
Der Fuchs wurde am Morgen getroffen.
Als der Fuchs aus dem Kunstbau lief, wurde er vom Jäger (1) beschossen. Der Jäger nahm an, dass er den Fuchs hinten getroffen hätte. Der Fuchs sei hochflüchtig bergab verschwunden, später auf dem Weg und kurz auf der Wiese dann wieder in den Wald verschwunden. Im Wald wurde er dann von einem anderen Jäger (2) erneut getroffen. Man war aber nicht ganz sicher ob der Fuchs überhaupt tödlich verletzt war, er sei nur bergauf geflüchtet.
Die Nachsuche
Bis man mich aufbot, war es bereits Spätnachmittag, bestimmt mehr als 4 Stunden vergangen. Inzwischen war die Spur des Fuchses vom Schnee zugedeckt, so dass sich der Jungjäger (1) nicht mehr erinnern konnte, an welcher Stelle der Fuchs getroffen war. Er hat sich die Fluchtrichtung auch nicht genau notiert, nur dass er bergab geflüchtet sei. Weder Schweiß noch Schnitthaare waren im Schnee in der Nähe zu finden.
Nach dem Bau ging es gleich bergab in verschneitem Dickicht. Olorun grub unterhalb eines Tannenbaumes einen Tennisball hervor, da war mir klar, er hat nicht verstanden, was er zu tun musste. So sah ich keine Chance.
1. wegen dem Schnee und dichtes Stangenholz (Jungwuchs-Stangenholz) konnte man ihn kaum an der Riemen folgen;
2. abschnallen für Freisuche unmöglich, da würde ich ihn in kürzer Zeit verlieren;
3. ohne genaue Informationen (keine genaue Anschlussstelle, nirgends Schweiß oder Schnitthaare) mit meinen Null-Kenntnissen bei der Nachsuche, war ich keine große Hilfe.
Also haben wir unten am Weg gesucht, dort wo der andere Jäger auf ihn geschossen hat. Unten am Weg konnte mir der Jäger (1) gar nichts mitteilen. Ich ließ Olorun entlang dem Waldrand auf dem Weg suchen. Vielleicht fand Olorun die Spur des Fuchses wieder, die in den Wald zurückführte. Olorun markierte oft, schaute mich ständig mit seinem Will-To-Please Ausdruck an "Aufgabe nicht verstanden, was kann ich für dich tun". Also wurde der Jäger (2) angerufen.
Endlich kam der Jäger (2), dieser schilderte mir genauer. Hier habe er gestanden, von so kam der Fuchs und an dieser Stelle habe er mit einem Schuss getroffen. Der Fuchs sei aber links von ihm im Dickicht verschwunden. Er war nicht sicher, ob er den Fuchs tödlich getroffen hätte, denn er fand an der Schussstelle keinen Schweiß.
Ich setzte Olorun an der Stelle wo der Fuchs getroffen war an. Die Stelle war leider bereits von dem Jäger (2) ziemlich zertrampelt. Auch hier kein Schweiß, keine Schnitthaare, keine einzige Spur im Schnee vorhanden. Zuerst hat Olorun "herumgehühnert" und warf dabei jedes Mal einen Blick zu mir "Mache ich so richtig?". "Such Verwund!". Mitten in seinem Herumhühnern plötzlich eine völlige Richtungsänderung. Er lief nach unten, schaute mich überhaupt nicht mehr an und zog mich in angenehmen gleichmäßigen Tempo durch mühsamem dichten Stangenholz. Die Nase ständig konzentriert tief am Boden. Voller Vertrauen und Hoffnung ließ ich mich von ihm ziehen. Es ging dann leicht bergauf und auf einmal blieb er bei einem liegenden Baumstamm stehen. Ich sah am Ende der Riemen zwischen den Ästen den toten zusammengerollten steifen Fuchs unter dem Baumstamm versteckt. "Fuchs gefunden. Bobi brav Bobi" Olorun und ich beide völlig ausgeflippt.
Auch wenn es nur ca. 30m (? oder mehr ?) von der Anschlussstelle des Jägers (2) war, eine Suche von 5 Minuten, waren wir alle glücklich. Bobi alias Olorun war der Star bei der Strecke.
Mir war wirklich ein Stein vom Herzen gefallen, dass Olorun trotz wenigen Informationen und unseren Anfangsschwierigkeiten doch noch zum Erfolg kam. Ich hoffe nur, dass die Jagdgesellschaft nicht auf die Idee kommt, mich für weitere Fälle aufzubieten, wenn Daniel nicht verfügbar sei.
Wir kamen zum Glück schnell zum Erfolg, würde er mich länger durch den Wald ziehen, hätte ich mit Sicherheit die Nerven verloren. Mir liegt die Schweißarbeit einfach nicht zu, da fehlt mir an dieser Arbeit die Leidenschaft aber vor allem am Vertrauen und Geduld.
Erfahrungen
Der Jungjäger (1) hat daraus gelernt, nicht allein auf die Spur im Schnee zu verlassen, denn später könnte es zugeschneit sein, sondern die Anschlussstelle und Fluchtrichtung sofort nach dem Schuss genauer zu merken.
Ich habe dabei gelernt, der letzte Jäger (2), der auf den Fuchs getroffen hatte, sollte mir die Stelle vom Anfang an zeigen!
MN 14.12.2008