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3. Rote Nachsuche von Olorun
Ich war angefragt worden, ob ich am Dienstag 19. Mai 2009 Bereitschaft für eine Nachsuche übernehmen könnte. Ich dachte zwar nicht, dass ich in der Tat zum Einsatz gelangen würde, aber an besagtem Dienstag erhielt ich um ca. 20:40 Uhr einen Telefonanruf. Ich packte unsere Sachen und Olorun ins Auto und um ca. 21:00 Uhr waren wir im Revier.
Die Fährte
Ein junger Bock war von einem Hochsitz aus beschossen worden. Dabei war nicht sicher bekannt, ob der Bock überhaupt getroffen war, und wo der Anschuss ist. Dafür war bekannt, wo der Bock im gegenüber liegenden Wald wieder eingetreten ist, dies allerdings auf einer Breite von etwa 50 m.
Der Bock lag schlussendlich etwa 10 m im Wald mit einem sauberen Blattschuss. Die Fährte, die er noch gegangen war betrug gute 50 m.
Die Nachsuche
Ich beschloss deshalb trotzdem, kurz die beiden möglichen Anschüsse mit Olorun zu untersuchen, im Glauben, dass er ansaugen würde, falls dort wirklich ein Anschuss gewesen wäre. Stattdessen zeigte er deutliche Unsicherheit und ich war mir sicher, dass er keinen Anschuss angesaugt hatte, zumal weder Schweiss, Schnitthaar noch Wildbrett sichtbar war.
Somit beschloss ich, das Feld weiter hinten so zu durchqueren, dass wir sicher nicht auf einer möglichen Schweissfährte waren. Danach liess ich Olorun entlang des Waldrandes in die Richtung suchen, wo der Bock vermeintlich im Wald verschwunden war. Ein oder zweimal hatte Olorun die Nase in den Wind Richtung Wald, kehrte aber sodann wieder aufs Feld zurück. Plötzlich zog er deutlich ins kniehohe Gras Richtung links, wo der Bock ausgetreten sein musste. Danach saugte er die Fährte dermassen an, dass ich sicher war, dass er nun auf der Schweissfährte sein musste. Ich folgte ihm in den Wald hinein und hörte noch, wie ein weiterer Jäger, der hinter mir gefolgt war, gerufen hat, dass er Schweiss gesichtet hat. Ich kehrte zwei Schritte um, und sah schliesslich, dass Olorun im Wald stehen geblieben war, und etwas gefunden haben musste. Ich ging zu Olorun hin und sah, dass er gut 10 m im Wald den erlegten Bock gefunden hatte.
Erfahrungen
Wenn der Anschuss nicht bekannt ist und nicht gefunden wird, möglichst ohne die Fährte zu "zerstören" an den nächsten Anhaltspunkt weitergehen und die Fährte dort aufzunehmen versuchen. In diesem Fall hier war das der ungefähre Wiedereintritt in den Wald, gekreuzt mit der Suche nach einer Fährte durch den Hund: Im Prinzip war klar, dass der Hund irgendeinmal die Fährte kreuzen müsste, und so die Fährte aufnehmen kann.
Allerdings denke ich, dass es besser ist, zuerst den oder die vermeintlichen Anschussstellen zu untersuchen: Falls in der Tat ein Anschuss vorhanden ist, kann der Hund die Fährte von Anfang an ausarbeiten und muss nicht "irgendwo" dazwischen ansaugen. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die anderen Anhaltspunkte wie der Wiedereintritt in den Wald auf keinen Fall "zertreten" werden.
DS 03.06.2009