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Berichte > Jagd
Das Jagen vom 29. war wunderbar: Allein schon die Stimmung war ganz großartig, Schnee, Nebel, Kälte - da bleibt man normal zu Hause . Aber wenn man sich dennoch hinauswagt, dankt es einem die Natur mit einer traumhaft romantischen Landschaft! Ich habe ein paar Bilder mit meiner Wegwerf-Kamera gemacht und hoffe, sie werden etwas.
Es waren nur 2 Jäger, und 2 Hunde, die 12-jährige Wachtel und meine Yanac. Vom 7.45-12:30h sind wir non-stop die Reuss entlangmarschiert und haben uns immer wieder angepirscht und den Enten aufgelauert. Oft kamen die beiden Jäger gar nicht zum schießen, weil die Enten inzwischen so intelligent sind, daß sie abfliegen, bevor die Jäger überhaupt zum Fluss kommen. Das kleinste Geräusch kann den pirschenden Jäger und Hundeführer verraten. Und die Krähen helfen ihnen, indem sie jedes Mal ein Warnsignal abgeben. So kamen wir manchmal nicht einmal in ihre Nähe und an einen sauberen Flintenschuß war nicht zu denken.
Ab und zu wurde aber auch geschossen - und getroffen ! So schickte ich einmal auf einen Schuß hin Yanac zum Apport. Sie rannte bis ans Ufer, schaute hinaus, wo die Ente liegen musste, rannte aber dann das Ufer hinauf. Ich dachte: "Jetzt spinnt die Kleine total !" stoppte sie und nochmals :"Apport !"
Yanac stoppte zwar, rannte dann aber wieder ein Stück das Ufer hinauf und verschwand. Ich lief ans Ufer, um zu schauen, wo die verflixte Kleine war. Und da wurde mir erst klar, weshalb sie meinen Befehl ignoriert hatte... Dort wo die Ente im Wasser lag, war das Ufer steil abfallend - es ging fast senkrecht hinunter zum Fluß. Yanac hätte sich umgebracht, zumindest aber arg verletzt, wenn sie meine Befehle ausgeführt hätte. Weil die Ente aber in einem eher harmlosen Wirbel hängegeblieben war und nicht mehr Strom abwärts geschwommen kam, rannte Yanac hinauf, suchte sich einen besseren Einstieg und kam dann von dort oben zur Ente geschwommen.
Sie zeigte dabei so viel Jagdverstand und Selbständigkeit, dass die zwei Jäger vor Begeisterung total ausgeflippt sind. Das war wirklich der schönste Retrieve dieses Tages. Insgesamt wurde 4 Erpel, 2 Rätsche und 1 Krähe geschossen. Weil die Wachtel-Hündin auch nicht mehr so jung ist, machte Yanac die meiste Arbeit und durfte 5 Enten apportieren.
Zu Hause musste ich dann den Schnee von der Einfahrt wegräumen, ich schlief in Stiefeln auf dem Bett ein! So müde war ich!
Je öfter ich auf diese Art von Entenjagd gehe, umso mehr empfinde ich Freude an dieser richtigen Jagd! Es ist wirklich alles "live" - anders als bei manchen FT ! Jedes Mal kommt etwas anderes vor, etwas mit dem man bestimmt nicht gerechnet hat. Jedes Mal gibt es eine kleine Überraschung, besonders wenn die Jäger selbst nicht wissen, ob sie getroffen haben oder nicht. Und man nicht einmal weiß, wo man suchen soll. Gemeinsam gehen dann alle das Gebiet ab, und es wird gesucht, bis das Stück gefunden wurde. Erst wenn es gar keinen Sinn mehr macht, und man sicher sein kann, danebengeschossen zu haben, erst dann gibt man auf.
MN, 29.01.2004