Once Upon A Time


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Geburt S

Berichte > Diverse


Freitag 03.06.2005
(61. Tag)

13.00h gingen wir zum letzten Mal an den Fluss, da es verdammt heiß war.
20:00h fing Yanac an, die Wurfkiste auseinander zu nehmen, bzw. sie zerkratzte die Wurfeinlagen. Ein schleimiger Ausfluss aus der Vulva war zu sehen und Yanac fing an zu hecheln, von Stunde zu Stunde mehr und schleckte den Ausfluss ab. Aha, heute Abend wird sie werfen, dachte ich.

Samstag 04.06.2005 (62. Tag)

02:00h Temperatur: unter 38 Grad. Ausfluss braun-rötlich. Ich rief die Tierklinik an, um abzuklären, ob es normal sei, dass seit 20:00h immer noch keine Presswehen zu sehen seien. Vielleicht gibt es überhaupt keine Presswehen und die Welpen sind schon längst gestorben.
Also um 11:00h fuhren wir schnell zur Tierklinik, um zu untersuchen, ob die Welpen noch leben und wie weit der Geburtsvorgang sei. Ihr Muttermund ist geöffnet. Die Welpen leben (es wurde aber kein Puls gemessen!), im Geburtskanal aber ist kein Welpe zu sehen. TA meint: keine Kaiserschnitt notwendig, gute Chance für eine normale Geburt. Wir sollen geduldig warten, sie kommen noch.

Yanac bevorzugte unser Bett als Wurfkiste, also erlaubten wir es ihr auch. Sie hatte kein Fieber und ein gesunden Appetit. Die Schleimmenge steigerte sich.

Ab 23:00h wurde ich jede Stunde von ihr durch das nervende Schlecken und ihr nervöses Hecheln aufgeweckt. Aber immer noch keine Presswehen, kein Fruchtwasser, kein Welpe.

Sonntag 05.06.2005 (63. Tag)

Yanac hatte keinen Appetit, verweigerte Quark, Butterbrot und ihr Abendessen. Ich rief erneut die Tierklinik und die Ärztin empfahl mir, mit ihr eine Runde zu gehen.

Wir machten zwei große Runden, um sie auf andere Gedanken zu bringen bzw. vom Schlecken abzubringen. Sie schlief danach und wurde auch ruhiger.

18:45h Fiebermessung 37.54 Grad. Sie legte sich wieder, aber diesmal in die Wurfkiste! Aha, heute Abend kommen die Welpen!

20:00h kurz darauf erste Anzeichen von "leichten Presswehen". Aber es waren keine deutlichen Presswehen. Es schien mir so, als würde Yanac beim Pressen eher einschlafen als richtig pressen, denn es war nur einmal kurz und dann für 30 Minuten wieder nix. .

Montag 06.06.2005 (64. Tag)

Nach 02:00h stellte ich fest, dass der Ausfluss nicht mehr braun-rötlich, sondern rosa wie Blut war. Ich rief erneut die Tierklinik. Aber die Tierärztin wollte uns immer noch nicht. Ich ging ihr langsam auf den Geist. Nach über 30 Minuten Gespräch konnte ich sie doch noch überzeugen und so fuhren wir sofort zur Klinik. Dort stellte sich heraus, dass das Herzklopfen der Welpen sehr negativ war. Zu schwach, um noch länger zu überleben. Die Welpen wurden sofort per Kaiserschnitt geholt. Nach der OP meinte der Arzt: es wäre eine schlaue Entscheidung von uns gewesen, in die Tierklinik zu kommen, denn ein bisschen länger gewartet, wären die beiden Welpen tot gewesen.

Mit Yanac’s Vollnarkose und den beiden Welpen sind wir anschließend nach Hause gefahren. Man hatte uns aber keine weiteren Informationen gegeben, was zu berücksichtigen sei. Wahrscheinlich erwarteten die beiden Ärzte, dass ich kompetent genug bin; schließlich bin ich Züchterin.

ca. 06:00h Weil Yanac noch in Narkose lag, ließen wir Balia die Welpen abschlecken. Samurai hat gut getrunken, und bewegte sich flott. Nur Sky war seit der Klinik immer ruhig. Yanac kam sehr schnell zu sich und übernahm sofort ihre Mutterrolle. Sky trank noch nicht und zuerst habe ich mir auch keine großen Gedanken darüber gemacht.

Als es Mittag wurde, Samurai's Herzschlag 3x schneller als der von Sky war und Sky immer noch nicht saugen wollte, rief ich sofort, diesmal meinen Tierarzt im Dorf an. Er meinte, ich sollte Sky helfen, an Milch heranzukommen und wenn nötig, Muttermilch abzapfen und ihm mit einer ml-Spritze tröpfchenweise Milch einspritzen. Bis ich diesen Hinweis bekam, waren 6 Stunden seit der Operation vergangen.

Es war mühsam. Jede Stunde versuchte ich, Sky Muttermilch zu geben, von 5ml floss gleich die Hälfte wieder heraus, als wäre er zu schwach, um zu schlucken. Ich versuchte bei jedem Tröpfchen, sofort seinen Hals zu reiben, damit die Milch hinuntergeschluckt wird. Er schrie immer, aber wollte einfach nicht schlucken. Sein leises Schmerz-Geschrei kann ich bis heute nicht vergessen.

Im Laufe des Tages hatte Sky etwas zugenommen, wobei ich mich gefragt habe, wovon? Bestimmt nicht von der Spritze. Ich dachte mir, wow, vielleicht hat er selber gesaugt - und da war ich erleichtert und ließ Mutter und Söhne für ein paar Stunden in Ruhe. Denn das Abzapfen stresste Yanac so sehr, so dass sie die Welpen nicht mehr richtig abschlecken konnte.

Was ganz genau passierte, weiß ich nicht mehr oder habe eine Art Amnesie: es ist so schmerzhaft und ich fühle mich so schuldig, so dass sich meine Hirnzellen nicht mehr daran erinnern wollen.


Dienstag 07.06.2005

Ich weiß nur, dass ich so um 6:00h gesagt habe: es ist zwecklos um ihn zu kämpfen, wenn er nicht säugen will. Ich muss die Tatsache akzeptieren, dass er ein Todeskandidat ist und habe dann beschlossen, ihm keine Milch mehr zu spritzen. Ca. 2 Stunden später zwischen 8-9 h fand ich ihn tot. Solange ich um ihn gekämpft habe, kämpfte er um sein Leben - aber als ich ihn losließ, flog er davon.

Ich streichelte Sky und wir nahmen heulend Abschied von ihm. Wir ließen ihn noch bei Yanac, damit sie sich auch von ihm verabschieden konnte. Denn Yoshii haben wir damals zu schnell weggenommen, so dass Balia gar nicht recht realisiert hatte, was geschah. Später fand ich Sky unter dem Kissen vergraben. Yanac hatte also auch Abschied genommen.

Noch am selben Tag um 14:15h waren wir beim Tierkrematorium in Seon. Heute ruht Sky's Asche in einer Pyramide in unseren Labrador-Vitrinen. Seine Seele ist aber schon längst zum Himmel geflogen. In meinem inneren Herzen fühle ich mich für seinen Tod verantwortlich. Es war ein Fehler, ihn so früh aufzugeben; er hätte gerettet können - denn in jenen Stunden schien er mir, als hätte er gelebt wie ein normaler Welpe. Ich werde erst aufgeben mich schuldig zu fühlen, wenn Sky vom Himmel herabkommt und mir verzeiht.

MN 26.06.2005


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