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Berichte > Jagd
Bei der letzten Stück, mussten Yanac & ich hinter der Dickung warten, während die zwei Jäger sich nach vorne zum Fluss anpirschen. Weil die Jäger manchmal auch verfehlen, sollte ich immer auf ihr Zeichen warten. Aber dann muss Yanac sofort losrennen und wenn möglichst die Ente finden.
Der Jäger hat geschossen, kein Ton, ein paar Sekunden Stille, dann schrie er irgendwo da aus dem Dickicht: "schick Yanac."
Wir haben überhaupt nichts gesehen, nur den Schuss gehört. An der Reuss geht es alles ruck zuck, die Strömung ist so stark, wenn man nicht sofort den Hund schickt, liegt die Ente bereits 50m oder noch mehr flussabwärts. Manchmal mussten wir den Hund zu uns zurückholen, um gemeinsam dem Ufer entlang zu rennen, damit wir dann die Ente, die bereits über 100m abgetrieben wurde, ganz weit unten auffangen zu können.
Wie auch immer, nach dem Schuss und kurze Stille, habe ich dann Yanac losgelassen. Sie rannte aber nicht zum Jäger, sondern wo die Ente in einer gewissen Entfernung getroffen wurde, rannte einige Meter am Ufer entlang und verschwand dann irgendwo... Ich sah sie schwer durch die Dickicht, sie war wortwörtlich "see you somewhere, somewhen later" - keine Ahnung wo sie steckt.
Der Jäger meinte, ich sollte Yanac zurückholen, da die Ente möglicherweise schon längst weggetrieben sei und wir sollten ein Stück flussabwärts versuchen sie aufzufangen. Ich habe mich nicht mal ganz durch den Dickicht durchgedrungen - wollte unbedingt vorne beim Wasser sein, um sie einweisen oder sogar sie sofort zurückholen, falls die Strömung zu gefährlich wurde, der Reuss darf man nicht unterschätzen, da war sie mit dem Erpel bereits auf dem Rückweg zu mir.
Ich frage mich, wie macht das bloß der Hund, dass er genau weiß, von wo er ungefähr absuchen soll? Oder war das nur Zufall????
Die Engländer nennen das "game-finding-ability". Wie das der Hund macht, weiß niemand - möglicherweise Erfahrung, marking by ear, erklärte mir ein Freund.
MN 24.11.2004