Balia - Once Upon A Time

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Balia

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Balia vom Weberlis Rebberg geb. am 06.12.1995


Dem Schicksal haben wir zu verdanken, dass Balia zu uns kam, denn eigentlich waren alle Hündinnen aus dem Zwinger "vom Weberlis Rebberg" bereits vergeben. Da ich mich aber in Badja, die Mutter von Balia verliebt hatte, war ich sogar bereit, einen Rüden aus dem Wurf zu nehmen. 3 Wochen lang hatte ich während meiner Besuche nur Augen für den Rüden Brio. In der 8. Woche dann rief mich Annelie Kohle an, eine Hündin wäre nun frei, ich könnte auch eine Hündin haben; sie wählte Balia für mich aus. Ich wollte die allerruhigste und passivste Hündin haben, denn wir wollten nur einen Familienhund zum Schmusen und einfach zum lieb haben. Balia wurde aber nicht die ruhigste sondern die aktivste Hündin aus dem Wurf. Bereits in ihren jungen Jahren haben wir gemeinsam die Schweiz und die Natur entdeckt, im Winter in den Bergen, im Sommer am Meer und später im Herbst auch das Picking-up/Jagd.

Balia im Einsatz - Jagd in Frankreich - 21.01.2011

Balia als Welpe am 10.03.1996

Als wir Balia übernahmen, wusste ich nicht mal was "Hündelen" bedeutet. Als Kind hatten wir kein Haustier, und von Umgang mit Tieren hatte ich damals überhaupt keine Erfahrung. Am Ende der Junghundespielgruppe veranstaltete Dina Berlowitz einen "internen Junghunde-Wettkampf". Ich wollte nicht teilnehmen, es war Annelie, die mich dazu aufmunterte. Balia und ich haben gewonnen und das hat unser Leben verändert.

Es war Balia, die mir alles beigebracht hat, vor allem kreativ zu sein. Ich kann mich noch erinnern, in der ersten Welpenspielgruppe waren 4 oder 6 Labrador-Welpen. Sie sahen für mich damals alle gleich aus, süß und schwarz. Als jeder seinen Welpen zu sich abrufen sollte, war ich völlig ratlos. Welcher Welpe war nun die Balia? Ich wartete, bis alle ihre Welpen zu sich geholt hatten; der zurück gebliebene Welpe musste Balia sein. Bei der nächsten Spielstunde markierte ich sie mit einem weißen Fleck auf dem Kopf, um sie in der Meute zu erkennen.

Als ich einst versuchte, Balia zu vermitteln, eine Fährte aufzunehmen, begab ich mich auf allen Vieren und mit der Nase auf den Boden und schnüffelte an der Fährte. Die Spaziergänger hielten mich schon für verrückt, aber Balia hat mich verstanden und das war mir wichtiger.
Ein unvergessliches Ereignis bleibt mir unsere erste Dummylektion. Die Leiterin legte 10 Dummies in einem Waldstück aus und Balia durfte als Erste ein Dummy holen. Ich schickte sie und sie war wie vom Boden verschluckt. Wir warteten etliche Minuten. Schließlich ging die Trainerin in den Wald, um zu schauen, wieso Balia so lang brauchte, um ein einziges Dummy zu finden. Balia hatte ein Dummy nach dem anderen zu einem Haufen gelegt, vermutlich um dann die Dummies dann vom Haufen aus bequem zu mir zurück zu bringen.

Ich habe bestimmt 1000 Fehler bei der Ausbildung gemacht, aber Balia verzieh mir immer; sie war nicht nachtragend. Auch auf andere Art zeigte sie mir ihre Intelligenz und Schlauheit. An einem Nachmittag stellte ich 3 Fleischbällchen für die Hunde auf dem Sofatisch und war für ein paar Minuten weg. Als ich zurückkam, um jeden Hund ein Fleischbällchen zu geben, waren auf einmal nur noch zwei übrig. Wer war der Dieb? Yanac ist zu brav und zu naiv, sie hatte auch nie etwas gestohlen und Olorun hätte gleich alle 3 aufgefressen. Wir sind überzeugt, dass es Balia war. Sie war auch die Einzige, die neben dem Tisch lag. Sie dachte, wenn nur eines fehlt, würden wir es bestimmt nicht bemerken….
In Frankreich bei der Jagd, als der Teich leicht eingefroren war und eine Ente nicht weit vom Ufer auf das Eis landete, wagten sich weder Yanac noch Olorun auf das ziemlich dünne Eis. Balia, damals bereits 9 Jahre alt, stapfte mit den beiden Vorderbeinen, um das Eis zu brechen und den Weg bis zur Ente frei zu machen. Als Oma zeigte sie den jüngeren Generationen, wie man es richtig macht!

Nicht die Erfolge, sondern die Erinnerungen mit ihr, macht sie als Hund für uns einmalig. Sie war ein Workaholik, stets motiviert, wir konnten ihr stundenlang auf dem Fussballplatz an der gleichen Stelle Ball, Stock oder Frisbee werfen und sie brachte alles immer zu uns zurück; sie gab nie auf.

Balia mit Fuchs 28.10.2006

Mit Wild oder mit der Jagd wollte ich damals gar nichts zu tun haben. Bei einem Training bat Lita Reis einmal, Balia den Fasan holen zu lassen. Ich wusste damals nicht, was ein Fasan ist, also schickte ich sie auf die Markierung. Balia rannte raus, schnüffelte zuerst an der Beute und kam dann stolz mit wedelnder Rute, den Fasan im Fang, direkt zu mir zurück. "Bäh, igitt", schrie ich, guckte weg und wollte ihr den Fasan nicht abnehmen. Lita schimpfte mit mir! Schließlich habe ich verstanden, dass Balia mehr ist als nur einen Dummyhund und ich beschloss, Balias natürliche Anlagen zu fördern. So kamen wir von der Dummyarbeit zum Kaltwild und anschliessend zum Warmwild, also zur Jagd. Seit Herbst 1999 begleitete sie uns jährlich beim Picking-up. Im Alter von 11 Jahren musste sie ihrer Tochter und ihren Enkelsöhnen sogar zeigen, wie man einen stinkenden Fuchs apportiert, obwohl sie nie zuvor einen Fuchs zur Gesicht bekommen hatte.

Ein Jahr später lernte sie in ihrem hohen Alter sogar noch, einen angeschossenen, klagenden Hasen  zu apportieren. In diesem Jahr hat sie uns Anfang Januar in Frankreich bei zwei Treiben begleitet.

Da sie seit 2 Jahren taub ist, liessen wir sie beim Buschieren, nur neben uns an der Leine gehen. Kaum wurde die Jagd abgeblasen  und wir liessen sie frei, stöberte sie in allen Richtungen herum, mein Mann oft hinter ihr her. Sie fand doch noch einen Rebhuhn, den wir alle übersehen haben. Das war ein Highlight, wir sind sehr stolz, dass sie mit ihren 15 Jahren immer noch will und kann.

Für uns ist es nicht so wichtig, was unsere Hunde alles an Prüfungen geleistet haben. Klar, einen Sieg haben wir selbstverständlich gerne für uns verbucht. Aber es ist für uns viel wichtiger, dass unsere Hunde ein erfülltes und glückliches Leben führen, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig, und vor allem als Hund immer noch Hund bleiben zu dürfen.

Balia ist inzwischen Urgroßmutter geworden. Es war die beste Entscheidung mit ihr einen Wurf zu haben, denn ein Teil von ihr lebt in ihren Nachkommen weiter.


Balia mit ihrer Tochter Yanac, Enkelkinder (O-Wurf und S-Wurf) sowie Urenkelkinder (Samurai's Kinder) & Freunde



mnschirato, 19.06.2011
(den Bericht habe ich auf Wunsch Eos Rist für die WOW RCS-Zeitung geschrieben)

 
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